Nobelpreis und Kriegshetze sind nach Alfred Nobel eigentlich unvereinbar

Frau Müller, wofür wurde Ihnen 2009 der Nobelpreis verliehen?

Offener Brief II von Rudolf Hänsel

 

An Frau Herta Müller

Nobelpreisträgerin für Literatur

 

Meine Dame,

in meinem kürzlich u.a. in Deutschland („NRhZ-Online“) und Serbien („Novosti“) erschienenen Offenen Brief bezeichnete ich Ihre Äußerung auf der Belgrader Buchmesse, dass sich die Serben das unermessliche Leid, das der völkerrechtswidrige Angriffskrieg der US-NATO 1999 über ihr Volk brachte, selbst zuzuschreiben hätten, als Verhöhnung der Opfer. Zu dieser Zeit kannte ich noch nicht Ihre gleichzeitige Empfehlung einer NATO-Intervention in der Ukraine und Ihre abschätzige Beurteilung von Präsident Putin als „Kriegstreiber und Gauner“.

 

Laut der angesehenen serbischen Tageszeitung „Politika“ vom 24.10.2017 sollen Sie gesagt haben: „Meiner Seele tut es weh, was Russen in der Ukraine tun, nur deshalb, weil sie die Mitgliedschaft in der EU anstrebte. Ich frage mich, wie lange das dauern sollte, und sollte nicht auch dort die NATO intervenieren. Es tut mir leid, dass die NATO nicht nach Rumänien gekommen ist.“ Laut einem Artikel in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ)“ vom 28.10.2017 „Proteststurm gegen Herta Müller“ kritisierten Sie überdies den russischen Präsidenten Wladimir Putin, „den Schutzheiligen patriotischer Serben als Kriegstreiber und Gauner“ und erzählten von der Angst der Osteuropäer vor Russland. Dieser FAZ-Artikel von Michael Martens endete mit einem zutiefst verächtlichen Urteil über das serbische Volk: „Fazit: Die Tochter eines SS-Soldaten hielt der serbischen Gesellschaft einen Spiegel vor. Viele, die hineinsahen, konnten nur eine hässliche Fratze erkennen – und verwechselten diese mit dem Gesicht von Herta Müller.“

 

Meine Dame, Ihr Hohes Lied auf die Kriegsallianz NATO, eine Mit-Verantwortliche für Flüchtlingselend, Krieg, Armut und ökologische Katastrophen in der Welt macht den kundigen Leser hellhörig. Sie wissen so gut wie ich, dass eine „Intervention“ der US-NATO in der Ukraine unweigerlich zu einem Krieg gegen Russland führen würde. Die Vorbereitungen hierfür sind ja bereits in vollem Gange. Ihre Empfehlung einer NATO-Intervention in der Ukraine ist deshalb für mich eine unverhohlene Kriegshetze.

 

Ausgehend von Alfred Nobels Testament, nach dem denen der Preis zugeteilt werden sollte, „die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben“, stellt sich mir (und vielen meiner Freunde) die Frage, wofür Ihnen, Frau Müller, 2009 der Nobelpreis verliehen, wofür sie „geadelt“ wurden. Waren es tatsächlich Ihre literarischen Werke, zu denen mir persönlich bis heute der Zugang fehlt, oder war es vor allem eine politische Entscheidung des Nobelpreiskomitees wie ehedem z.B. bei Kissinger oder Obama? Ihre Äußerungen in Belgrad gegenüber dem serbischen Volk und Ihr Loblied auf die US-NATO legen beredtes Zeugnis davon ab.

 

 

 

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